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Ralf Lehmann (li.) und Willi Sommerwerk mit Gitarre: Zusammen gestalteten sie einen entspannten und berührenden Abend in der Alten Schranne. Foto: Peter Urban

Feier: Unter dem Motto „Poesie & Musik“ verfolgten viele Besucher den Auftakt des Jubiläums

Wie berichtet feiert die Hospizgruppe Donau-Ries ihr 20jähriges Jubiläum nicht mit einer Festveranstaltung, sondern mit drei „Vortragsabenden“ für alle Mitglieder, Mitarbeiter und die gesamte Öffentlichkeit. Der erste dieser Abende fand in der Alten Schranne in Nördlingen statt unter dem Motto „Poesie & Musik“.

Der Nördlinger Ralf Lehmann (Poesie) und der Oettinger Willy Sommerwerk (Musik) gestalteten für die rund 150 Besucher im gut gefüllten Saal eine genauso entspannten wie berührenden Abend. Willy Sommerwerk glänzte mit Kompositionen von Reinhard Mey, Ludwig Hirsch und eigenen Werken an der Gitarre, die sich zwar am Thema Hospizarbeit orientierten, aber doch mehr von Leben und Lebenslust erzählten als vom Ende dessen. So, wie es der Vereinsvorsitzende Hans Breithaupt in seiner Begrüßung auch angedeutet hatte: „Wir wollen uns heute verzaubern lassen von Geschichten und Klängen, die Balsam für die Seele sind, die das Gehirn mobilisieren und Glückshormone produzieren können“.

Ralf Lehmann (li.) und Willi Sommerwerk mit Gitarre: Zusammen gestalteten sie einen entspannten und berührenden Abend in der Alten Schranne. Foto: Peter Urban
Ralf Lehmann (li.) und Willi Sommerwerk mit Gitarre: Zusammen gestalteten sie einen entspannten und berührenden Abend in der Alten Schranne. Foto: Peter Urban

Man wolle mit diesem Abend an die Phantasie appellieren und die Seelen berühren. Das ist an diesem Abend auf berührende Weise gelungen. Jeder der Protagonisten hatte drei Sets, so wechselten sich Klang und Wort kurzweilig ab. Ralf Lehmann hatte mit seinen Leseparts, wie er zu Beginn sagte, bewusst den Weg vom Tod rückwärts bis zur Geburt gewählt. Er zitierte aus teils sehr emotionalen Texten, Briefen, Lyrik und Romanen bis hin zu Kinderbüchern. Da ging es von Peter Nadas’ Roman „Perlentaucher“, in dem er seine eigenen Nahtoderfahrungen in faszinierender – und sehr tröstlicher – Weise offen legt, über Wolf Biermanns Lied vom donnernden Leben, Robert Gernhards „Mein Körper“ bis hin zum überaus amüsanten Goethe-Schiller-Desaster von Christian Thielmann „Unsterblichkeit ist auch keine Lösung“.

So hätte auch dieser schöne Abend umschrieben sein können, der viele der Besucher wirklich beseelt zurückließ, und der die Hospizarbeit bewusst nicht in den Mittelpunkt stellte, obwohl Flyer und Broschüren ausgelegt waren, die die Arbeit des Vereins beschreiben und erläutern. Der Verein selbst ist gemeinnützig mit inzwischen über dreihundert Mitgliedern, davon ca. sechzig ehrenamtliche Hospizbegleiter und fünf hauptamtliche Mitarbeiter, die die Einsatzorganisation koordinieren. So war der Infostand auch nach dem Konzert von Interessenten umlagert. Das, was sich die Organisatoren mit ihren drei Vortragsabenden wünschen, hat sich schon bei dieser erstem Kulturereignis ergeben: den Verein noch mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken und das erklären, was Hospizarbeit bedeutet und leisten kann. Die nächste Veranstaltung wird am 15. Mai 2019 in Harburg stattfinden, ein Vortragsabend mit Anselm Bilgri, dem ehemaligen Benediktiner-Mönch und Prior des Kloster Andechs.

Die Verantwortlichen des Vereins freuen sich, für die zweite Veranstaltung eine derartig hochkarätige Besetzung gewonnen zu haben. Näheres wird demnächst bekannt gegeben oder kann unter www.hospizverein-donau-ries.de im Internet abgefragt werden.

Hospizgruppe Donau-Ries e.V.
Jennisgasse 7, 86609 Donauwörth
Tel. 0906 / 700 16 41

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