{"id":12407,"date":"2020-11-03T14:37:39","date_gmt":"2020-11-03T13:37:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hospizgruppe-donau-ries.de\/?p=12407"},"modified":"2020-11-03T14:54:34","modified_gmt":"2020-11-03T13:54:34","slug":"12407","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hospizgruppe-donau-ries.de\/?p=12407","title":{"rendered":"Wie sich das Sterben ver\u00e4ndert \u00a0"},"content":{"rendered":"<div class=\"limit-wrapper\"><div class=\"row \"><div class=\"wpv-grid grid-1-1  wpv-first-level first unextended no-extended-padding\" style=\"padding-top:0.05px;padding-bottom:0.05px;\" id=\"wpv-column-777601a2291a8648752e1d88183b57d7\" ><p><strong>Forschung<\/strong><br \/>\nDie Hospizgruppe Donau-Ries feiert ihren 20. Geburtstag. In einem Vortrag erkl\u00e4rt ein Soziologe, wie sich der Wandel in der Gesellschaft auf das Lebensende auswirkt.<\/div><\/div><\/div>\n<div class=\"limit-wrapper\"><div class=\"row \"><div class=\"wpv-grid grid-1-1  wpv-first-level first unextended no-extended-padding\" style=\"padding-top:0.05px;padding-bottom:0.05px;\" id=\"wpv-column-6481a867989c9ebad5b26ade99f9082e\" ><p>Von Peter Urban<\/p>\n<p><strong>N\u00f6rdlingen<\/strong> Als \u201eLabor der guten Gesellschaft\u201c hat Professor Werner Schneider die Hospizgruppe Donau-Ries bezeichnet. Er hielt einen Vortrag anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Bestehens der Gruppe in N\u00f6rdlingen. Schneider ist seit 2003 Professor der Soziologie an der Universit\u00e4t Augsburg. Seit Mitte der 90er erforscht er in mehreren Grundlagen- sowie Praxisprojekten den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Tod in verschiedenen Themenfeldern.<\/p>\n<p>Lange war der Umgang mit Sterbenden auch in der Soziologie ein Randthema, sagt Schneider. Gesellschaftlich galt Sterben nicht nur hierzulande als St\u00f6rfall, der Tod wurde tabuisiert. \u201eHochspannend\u201c sei es deshalb f\u00fcr ihn, zu erforschen, wie andere Gesellschaften, andere Kulturen mit dem Thema umgehen. Auch daraus leite er ab, was die Herausforderungen f\u00fcr unsere Gesellschaft auf den Feldern Medizin, Pflege oder Hospizarbeit in Zukunft sein werden. Das Lebensende als gesellschaftliche Aufgabe sieht der Soziologe bei Sorge-Kultur(en) und Sorge-Gemeinschaften in der Hospizidee in der n\u00e4chsten Zukunft am besten aufgehoben.<\/p>\n<p>Er stellte zun\u00e4chst Sterben und Tod in den traditionellen Gesellschaften den Gepflogenheiten der modernen Gesellschaft gegen\u00fcber. Und kam zu dem Schluss, dass fr\u00fcher oder sp\u00e4ter unweigerlich \u201eCaring Communities\u201c, also Sorge-Gemeinschaften, als Ausdruck der modernen individualisierten Gesellschaft n\u00f6tig sein werden. Denn die neuen Formen von Arbeit, von Lebensentw\u00fcrfen und sozialen Sicherungen bedingten einen gesellschaftlichen Wandel. Und Schneider sagt klipp und klar voraus, dass sich der gesellschaftliche Rahmen und die Gestalt der Hospizarbeit grundlegend \u00e4ndern werden. Der Soziologe sieht das von jedem Einzelnen ja idealerweise gew\u00fcnschte \u201egute Sterben\u201c als normatives Programm: individuell vorgesorgt und organisiert, zum eigenen Leben passend und vor allem m\u00f6glichst schmerzfrei, gut versorgt und \u2013 wenn gew\u00fcnscht \u2013 umfassend begleitet. Kurz gesagt: selbstbestimmt und w\u00fcrdevoll.<\/p>\n<p>Dabei unterscheidet Dr. Schneider klar zwischen Versorgung und Begleitung und sieht gerade deshalb Ehrenamtliche als prototypische Basis f\u00fcr \u201eWahlverwandtschaften\u201c und \u201eWahlgemeinschaften\u201c, sprich: neuartige Sorge-Netze als soziale Innovationen.<\/p>\n<p>Als Fazit zitiert Schneider seinen Kollegen Dr. Stefan Dre\u00dfke, der Hospizarbeit nicht nur als \u201eLabor des guten Sterbens\u201c, sondern auch des guten Zusammenlebens bezeichnet und der sagt: \u201eDie Hospizbewegung als soziale Innovation war, ist und bleibt wichtig f\u00fcr die Gesellschaft\u201c.<\/p>\n<p>Diese und etliche weitere interessanten Thesen bekamen die Zuh\u00f6rer im fast vollen Raiffeisensaal mit auf ihren weiteren Weg. Und auch viele Besucher, die nicht unmittelbar mit dem Thema betraut sind, waren sichtlich beeindruckt von Forschungsergebnissen, die er locker und dennoch fundiert zu berichten wusste. Hans Breithaupt, der Vorsitzende der Hospizgruppe Donau-Ries, zeigte sich beeindruckt vom (\u00fcbrigens ehrenamtlichen) Vortrag Schneiders und der kostenlosen \u00dcberlassung der Vortragsr\u00e4ume. Er konnte au\u00dferdem aus den H\u00e4nden von Paul W. Ritter, dem Vorstandsvorsitzendem der Raiffeisen-Volksbank Ries, einen Scheck in H\u00f6he von 2000 Euro f\u00fcr die Arbeit seiner Hospizgruppe entgegennehmen.<\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Als \u201eLabor der guten Gesellschaft\u201c hat Professor Werner Schneider die Hospizgruppe Donau-Ries bezeichnet. Er hielt einen Vortrag anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Bestehens der Gruppe in N\u00f6rdlingen. Schneider ist seit 2003 Professor der Soziologie an der Universit\u00e4t Augsburg. 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